Hinfallen – aufstehen – Krone richten – weitergehen

In der Notaufnahme des Spitals Uster kann ich die Diagnose noch nicht fassen

Hinfallen
Den 25. September werde ich so schnell nicht vergessen. Es ist ein sonniger Herbsttag, 18.40 Uhr. Ich bin gut gelaunt, aber etwas in Eile. Vermutlich bin ich daher ein wenig unachtsam. Dann ist es schon passiert. Eine Blitzsekunde verändert alles. Auf der letzten Stufe der Kellertreppe rutsche ich mit dem rechten Fuss aus und knicke nach aussen hin um. Sofort vernehme ich ein dumpfes Knacken. Dieses Geräusch hallt noch immer nach in meinem Kopf. Ich schreie sofort los. Mein siebenjähriger Sohn hört mich, eilt beängstigt in den Keller und ruft sofort die Nachbarn, die mich ins Spital Uster fahren. Ich humpel vom Auto in den Rollstuhl, der am Eingang bereitsteht. Mit dem Fuss aufzutreten, daran ist nicht zu denken. Daher fährt mich meine Freundin Silke in die Notaufnahme. In meiner Naivität rede ich mir ein, dass es nichts Schlimmes sein kann, wenn es so schmerzt. Ich hoffe auf eine Bänderdehnung. Doch die Diagnose nach dem Röntgen ist eindeutig – ich habe mir eine Fraktur am unteren Wadenbein zugezogen. Puh. Benommen vor den Schmerzen ärgere ich mich über mich selbst und wie ich mich ärgere… Ich war so fit wie noch nie seit ich Mama bin, drei Tage zuvor habe noch motiviert am Greifenseelauf teilgenommen und jetzt bin ich für sechs Wochen ausgeknockt.

Aufstehen
Die Warum-Frage habe ich mir etliche Male gestellt. Könnte ich doch nur die Zeit zurückdrehen. Der Sturz ist heute auf den Tag – sogar auf die Minute genau – drei Wochen her. Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Aber ich bin immer noch auf fremde Hilfe bei alltäglichen Dingen angewiesen, weil meine Hände von den Krücken vereinnahmt sind.

Kanzelwand-Bergstation auf 1.957 Meter Höhe – es geht bergauf…

Krone richten
Aber es hätte schlimmer kommen können. Ich muss nicht operiert werden. Gegen die Schmerzen gibt es Medikamente. Und dann werde ich bald wieder ohne Krücken gehen und langsam mit dem Sport beginnen können. Vor allem bin ich dankbar, weil ich viele, ja wirklich viele liebe Freunde habe, die mir den Alltag erleichtern, für mich kochen, mir einkaufen und mich oder meine Kids von A nach B fahren, wenn mein Mann Ruben gerade nicht zur Stelle ist. Besonders gut habe ich mich in den Ferien in Oberstdorf im Allgäu erholt. Meine Freundinnen Carina und Judith haben sofort gesagt, dass sie mich und die Kids trotz meiner Verletzung mitnehmen würden. Natürlich waren die Ferien mit drei Mamas und sechs Kindern anders geplant – für jeden von uns, denn als Hilfe bin ich komplett ausgefallen. Bereits der Reiseantritt erforderte einiges an Organisation, denn eigentlich war ich als Mit-Fahrerin samt unserem Auto eingeteilt. Plan B musste her – meine Mädels haben ganz spontan einen 9-Sitzer gemietet – damit wir nicht mit zwei Autos fahren müssen. Wir haben einen verfügbaren Grossraumwagen zum akzeptablen Preis ergattert – das war wohl Schicksal.

Drei Freundinnen, sechs Kinder, eine Woche Ferien und jede Menge Spass

Weitergehen
An jeglichen Aktivitäten konnte zwar nicht aktiv teilnehmen, doch ich habe mich sehr schnell mit der Situation arrangiert und sie akzeptiert. Ich habe meinen Blickwinkel geändert, bin dankbar, überhaupt dabei gewesen zu sein. Immerhin habe ich es mit der Gondel auf die Kanzelwand-Bergstation auf 1.957 Meter Höhe geschafft. Statt zu wandern, habe ich die Sonne auf der Terrasse genossen, mein Bein hochgelegt und viel gelesen. Das war sehr erholsam. Die gesamten Ferien habe ich mich bekochen und verwöhnen lassen. DANKE euch Carina und Judith, dass ihr mich samt Kids ohne mit der Wimper zu zucken in die Ferien mitgenommen habt. Das ist nicht selbstverständlich – was wäre ich nur ohne euch! Die Heilung dauert insgesamt sechs Wochen. Die Hälfte habe ich geschafft. Es geht bergauf…

 

Autor: athenaatw

Als frisch gebackene 40-Jährige steht meine neue Lebensdekade ganz im Zeichen der Gesundheit - stayhealthy24 (hours) lautet meine Devise!

10 thoughts

      1. Ja, voll doof. Beim Boxen ist das passiert. Glatter Bruch. Faszinierend, aber ich hatte nach dem Trainig erst gar nichst gemerkt. War weder dick, noch tat es weh. Nur so ein Ziehen. Die OP war auch echt aufwendig. Neun kleine Schrauben und eine Platte. War zwar ein glatter Bruch, aber der Finger hatte sich verschoben, da ich erst nach 20 Stunden in die Notaufnahme bin, denn da fing er dann an zu schmerzen. Die Platte muss dann auch wieder raus, da ich noch nicht so alt bin und im Alter könnte sie eben Ärger machen. Richtig blöd gelaufen und dann bin ich auch noch Schreiber und verdiene damit mein Geld. Katastrophe, aber es waren nur zwei Wochen. Ohne OP wären es sechs Wochen gewesen. Mit OP konnte ich am zweiten Tag schon wieder tippen. Schreiben dann nach sechs, aber ich war auch echt am Üben und Bewegen….:-)

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